Offener Brief: Für eine menschenwürdige Unterbringung! Missstände in der Notunterkunft Grünau beseitigen!

Als Netzwerk Refugees Welcome in Treptow-Köpenick wenden wir uns mit diesem Offenen Brief an die Öffentlichkeit, an Senat und Bezirksamt, an Parteien und Zivilgesellschaft, um über  Missstände bei der Notunterkunft Wassersportallee in Berlin-Grünau zu informieren. Damit möchten wir einen Beitrag leisten für die Verbesserung der Lebensbedingungen der geflüchteten und Asyl beantragenden Menschen.

Geflüchtete Menschen, die nach Deutschland kommen, sind oft durch Vertreibung, Flucht und lebensbedrohliche Situationen traumatisiert. Alles ist für sie fremd und anders. Sie können sich oft nicht verständlich machen und wissen meist nicht, welche Rechte sie haben. Sie versuchen, möglichst keine oder niedrige Ansprüche zu stellen und es Allen Recht zu machen, weil sie befürchten müssen, ansonsten schlechtere Chancen in ihrem Asylverfahren zu haben. Das bedeutet extremen Druck und Stress für die Betroffenen. Zivilgesellschaftliches und ehrenamtliches Engagement unterstützt die Betroffenen in dieser Situation und bietet Hilfe, z.B. durch Deutschkursangebote, Beratungsangebote, Begleitung bei Behördengängen, Wohnungssuche, Freizeitangebote.

Auch in der Notunterkunft im Ortsteil Grünau leben etwa 140 Menschen auf engstem Raum und i.d.R. ohne Aussicht auf Verbesserung. Regulär sollen sie dort nur wenige Monate untergebracht werden. In der Praxis leben dort aber einige Bewohner_innen bereits neun oder mehr Monate. Die Notunterkunft in der Wassersportallee existiert bereits seit Oktober 2012 und wird trotz Befristung ohne bauliche, hygienische oder betreuerische Verbesserungen immer wieder verlängert. Die Qualitätsstandards des Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) sind für diese wie alle anderen Notunterkünfte nicht bindend. Diesen Zustand halten wir für nicht hinnehmbar: Qualitätsstandards müssen uneingeschränkt auch in dieser Einrichtung gelten und nicht durch Kettenverträge als Notunterkunft unterlaufen werden.

Inzwischen hat sich die Situation weiter angespannt: Im Oktober 2013 wurde gegen eine ehrenamtliche Gruppe des Vereins Multitude e.V. durch die Heimleitung die Kündigung des Deutschkurs-Angebotes der Gruppe ausgesprochen. Wir nehmen dies und die unbefriedigend beantwortete Kleine Anfrage vom Oktober (s.u.) nun zum Anlass, Sie auf Schwierigkeiten in Grünau hinzuweisen und um Unterstützung bei der Beseitigung z.B. im Zuge der Verhandlungen zur Vertragsverlängerung zu bitten… [Weiterlesen]